Gesunde Körperhaltung: Haltungsschulung-Ansätze



Eine aufrechte, entspannte Haltung ist weit mehr als nur eine Frage der Ästhetik. Sie beeinflusst unsere Atmung, Beweglichkeit, unser Nervensystem und sogar unsere mentale Verfassung. Viele Menschen merken erst dann, wie wichtig eine gute Haltung ist, wenn Verspannungen, Rückenschmerzen oder Müdigkeit auftreten. Pilates und weitere Techniken bieten hier einen wunderbaren Weg, die eigene Körperhaltung nicht nur zu verbessern, sondern nachhaltig zu schulen.

Als zertifizierte Pilates-Trainerin mit Zusatzausbildungen in Ballettgymnastik und Osteopathie verbinde ich in meinem Unterricht unterschiedliche Ansätze, um Haltungsschulung ganzheitlich zu gestalten:

Atmung als Basis

Ein funktionales Atemmuster ist die Grundlage jeder Bewegung. Mit gezielten Atemübungen aus der Osteopathie helfe ich meinen Teilnehmer:innen, ihr primäres Atemmuster zu korrigieren. Eine freie Atmung richtet den Körper von innen auf und gleicht muskuläre Dysbalancen von "innen" aus, durch korrekte Verteilung des Luftdrucks im Brust- und Bauchraum.

Beweglichkeit durch Dehnung und Mobilisation

Passive und aktive Muskeldehnungen aus Pilates und Yoga helfen, verkürzte Strukturen zu lösen. Gleichzeitig mobilisieren wir die Wirbelsäule in verschiedenen Bewegungsrichtungen – segmentweise (BWS, LWS, HWS) und bis hin zu einzelnen Wirbeln. Die sanfte Streckung der Wirbelsäule schafft Platz, entlastet und verbessert die Haltung spürbar.

Kräftigung gegen muskuläre Dysbalancen

Eine gute Haltung braucht starke Stabilisatoren: Gesäß, tiefe Bauchmuskulatur und Rückenmuskeln sind zentrale Schlüsselfaktoren. Mit Übungen aus Pilates und Ballett kräftigen wir gezielt diese Muskelgruppen, um muskuläre Dysbalancen auszugleichen und die Haltung zu stabilisieren.


Nervensystem und Wahrnehmung

Eine aufrechte Haltung ist nicht nur muskulär bedingt, sondern hängt stark von der Steuerung durch unser Nervensystem ab. Über propriozeptive Übungen, Koordinationstraining und die Aktivierung von „blinden Flecken“ (Neurofitness, Osteopathie) fördern wir die Körperwahrnehmung. Auch die Arbeit mit den Augen (Augengymnastik) unterstützt die Haltungssteuerung.

Massage-Techniken

Neben Kräftigung und Mobilisation ist auch die Entspannung wichtig. Massage-Techniken, Triggerpunktbehandlung und fasziale Methoden helfen, verspannte Muskeln zu lösen und den Körper in eine Balance von Spannung und Entspannung zu bringen.

Gleichgewicht und funktionelle Positionen

Ob im Stehen, im Vierfüßlerstand oder in der Seitenlage – Balanceübungen aus dem Pilates-Training schulen nicht nur Gleichgewicht, sondern auch die Fähigkeit, Haltung in verschiedenen Alltagssituationen bewusst zu halten.

Entspannung als Schlüssel bei Haltungsproblemen

Viele falsche Haltungen entstehen nicht nur durch muskuläre Schwächen oder Bewegungsmangel, sondern auch durch innere Anspannung. Stress, emotionale Belastungen oder ein hektischer Alltag führen oft dazu, dass wir die Schultern hochziehen, den Atem flach werden lassen oder unbewusst eine „Schutzhaltung“ einnehmen. Diese psychosomatischen Muster prägen unseren Körper über Jahre hinweg und können zu Verspannungen und Fehlhaltungen führen.

Gezielte Entspannungstechniken, Atemübungen und sanfte Massage helfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Wenn der Körper lernt loszulassen, kann sich auch die Haltung neu organisieren – leichter, aufrechter und ohne das Gefühl von Anstrengung.


Fazit

Techniken für Haltungsschulung bedeutet weit mehr als nur „aufrecht sitzen“. Es ist ein ganzheitlicher Prozess, der Atmung, Bewegung, Kraft, Wahrnehmung und Entspannung miteinander verbindet. In meinen Stunden erleben die Teilnehmer:innen, wie sie Schritt für Schritt ihre Haltung verbessern – nicht durch Anstrengung allein, sondern durch ein bewusstes Zusammenspiel von Körper und Geist.

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